Trotz des enormen Speichervolumens ist die Archos Jukebox erfreulich klein.

Trotz des enormen Speichervolumens ist die Archos Jukebox erfreulich klein. Zwei bereinander gelegte Kassettenhllen sind ein guter Vergleich. Fr die Hemdtasche ist das Gert jedoch zu schwer. Das Gewicht bewegt sich in der Grenordnung portabler CDPlayer. Hier fordern die vier Akkus und die Festplatte ihren Tribut. Material und Verarbeitung hinterlassen einen sehr soliden Eindruck. An den Ecken sind wuchtige Gummis angebracht, die das Gehuse zustzlich vor Sten und Kratzern schtzen.

Auf der Oberseite des Player befinden sich das Display und die Bedienelemente. Kopfhrerausgang und LineOut (fr HiFiAnlage oder Adapterkassette) liegen an der Oberseite. An der Unterseite befinden sich die Anschlsse fr das Netzgert, das USBKabel und ein LineIn (dazu spter mehr).

Zentrales Bedienelement des Players ist ein Rundbutton, auf dem die Skip und Abspielfunktionen angeordnet sind (inkl. schnellem Vor und Rcklauf). Links daneben liegen zwei kleinere Tasten (ON und MEN). Die Tasten haben einen sehr festen Druckpunkt. Daran muss man sich erst gewhnen.

Ein langer Druck auf ON startet den Player und die Festplatte luft kurz an. Im Display erscheinen zunchst die Hardware und Firmwareversionen und das Speichervolumen, dann der Name des ersten Verzeichnisses oder Titels.

Die Archos Jukebox bietet eine Verzeichnisnavigation mit Titelanzeige. Anders lieen sich die Datenmengen auch schwerlich verwalten. Die Anzeige stellt das Dateisystem der Festplatte wie ein Dateimanager dar, aber nur einzeilig. Das schrnkt die bersichtlichkeit deutlich ein. Die Navigation von Titeln oder Verzeichnissen erfolgt ber den Rundbutton und geht rasend schnell. Nur wenn zwischendurch ein Festplattenzugriff erforderlich wird, kommt es zu kurzen Verzgerungen. Leider muss beim schnellen Navigieren hufig erst das Scrolling abgewartet werden, da der Dateiname schon das gesamte Display fllt und der Songtitel nicht gleich erkennbar ist. Titelbergnge bei LiveAufnahmen und Hitmixe sind ein generelles Problem portabler MP3Player. Die strende Pause fllt bei der Jukebox jedoch erfreulich kurz aus.

Die Titelanzeige fhrt zweigleisig: Whrend der Navigation erscheinen die Dateinamen im Display. Beim Abspielen zeigt die Jukebox den Songtitel aus dem ID3Tag an (max. 30 Zeichen). Interpret und Album werden leider nicht bercksichtigt. Das System hat so seine Tcken: Vom Dateinamen werden maximal 42 Zeichen angezeigt. Mit der hufig verwendete Syntax „Interpret Album Track Titel“ kann es passieren, dass der Titel nicht mehr angezeigt wird. Aus dem ID3Tag wird, wie bereits erwhnt, nur der Titel ausgelesen. Er muss als ID3v1 im File abgelegt sein. Das ist auch bei ID3v2Tags blicherweise gewhrleistet. Bei „reinen“ ID3v2Tags oder ohne Tags, erscheint der Dateiname. Durch das groe Speichervolumen der Jukebox macht dieses Feature richtig Sinn. So knnen beispielsweise Alben, deren Dateinamen nicht nummeriert sind, in Winamp geladen und dort sortiert werden. Die Auswahl dann einfach als Playlist auf die Jukebox speichern und das Playlistfile abspielen. Das ganze funktioniert natrlich auch verzeichnisbergreifend. Leider sind nur 300 Songs pro Playlist erlaubt. Beim Start grerer Listen zhlt die Jukebox zunchst auf 300 Titel hoch, rattert anschlieend ein wenig mit der Festplatte und schaltet mit der Meldung „Auto Power Off“ ab.

Mit Zufallswiederholung, Wiederholung, Einzelwiederholung und IntroScan (spielt jeden Titel kurz an) stehen die gngigsten Wiedergabemodi bereit. Leider arbeitet der Zufallsmodus nicht verzeichnisbergreifend oder rekursiv. „Dann mache ich mir eben schnell eine Playlist mit allen Titeln und spiele die dann per Shuffle ab!“. Leider sind nur 300 Songs pro Playlist erlaubt. Sehr Schade!

rgerlich: Ein separater Lautstrkeregler fehlt. Die Lautstrke kann nur ber das Men oder die Tastenkombination ON und „+/“ verndert werden. Die einhndige Bedienung in der Jackentasche fllt damit flach. Die Tastensperre ist im Handbuch nicht dokumentiert aber vorhanden: Im Abspielbetrieb ON gedrckt halten, dann auf STOP drcken.

Um dem Archos eine konkurrenzfhige Spielzeit mit auf den Weg zu geben, spendierten ihm die Entwickler gleich vier NiMHAkkus. Das reichte im Test fr exakt 6 Stunden Dauerbetrieb (MP3’s mit hohen Bitraten). Bei Bitraten um 128 Kbps drften auch die versprochenen 8 Stunden realistisch sein, weil weniger Festplattenzugriffe erforderlich sind. Danach muss der Player fr 8 Stunden zum Laden ans Netzgert. Der Ladevorgang verlngert sich, wenn die Jukebox nebenbei benutzt wird. Hat der Player nichts zu tun, schaltet er sich nach 60 Sekunden automatisch ab. Das spart Strom. Die Batterieanzeige arbeitet willkrlich: Zwei Stunden vor Schluss stand sie schon auf Null, stieg zwischenzeitlich aber wieder an.

Problematisch gestaltet sich der Akkutausch. Die Abdeckungen lassen sich nur mhsam mit einem kleinen Schraubendreher abhebeln und selbst dann artet der Batteriewechsel zum Kunsthandwerk aus. keine 1,5V Alkaline Batterien zu verwenden. Fazit: Bus oder Bahnreisen sollten die Spieldauer mglichst nicht berschreiten.

Die 2 MB Pufferspeicher der Jukebox sorgen fr sprungfreies Hrvergngen. Laut Hersteller wird die Festplatte bei einer Erschtterung kurzeitig „geparkt“ um irreparable Schden an der Platte zu vermeiden. Der Player greift, je nach Bitrate, nur etwa alle 2 Minuten kurz auf die Festplatte zu. Weder im Auto, noch in der Jackentasche schwingend beim Spazieren oder Radfahrern, setzte die Jukebox aus. Selbst minutenlanges HardcoreJoggen im Treppenhaus strapazierte letztendlich nur den Tester (200 Puls).

An der HiFiAnlage oder mit guten Kopfhrern produziert die Archos Jukebox einen sehr klaren und differenzierten Klang. Die mitgelieferten Kopfhrer sind dagegen klanglich stets berfordert und unangenehm zu tragen. Die Gussgrate kratzen gefhrlich im Gehrgang.

Die maximale Lautstrke ist noch ausreichend, bietet aber kaum Reserven bei gering ausgesteuerten MP3’s. Zur Klangbeeinflussung mssen die etwas aus der Mode gekommenen Hhen und Tiefeneinstellungen herhalten. Dafr verrichten sie ihren Dienst aber effektiver als die EqualizerPresets manch anderer Player. Lediglich bei den Extremeinstellungen verzerrt die Wiedergabe.